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"Tell the chef, the beer is on me."
“ Information ist im Internet nicht mehr knapp. Bücher, Schallplatten, selbst CDs mit digitaler Information, all das war knapp und daher waren das Industrieprodukte und ihre Herstellung und Verbreitung ein wirtschaftliches Grundproblem. Das machte wirtschaftliches Handeln notwendig, um eine bestmögliche Versorgung mit Gütern zu gewährleisten....— michel reimon
Eine Information, einmal in die Welt gesetzt, ist nie wieder knapp. Das ist das Gegenteil vom Öl des 21. Jahrhunderts: Information ist in Zukunft ein Überfluss-Gut wie Luft....Vor wenigen Tagen hatte ich auf twitter eine kurze Diskussion mit Christoph Kontanko darüber. „Guter Journalismus wird immer sein Publikum haben“, schrieb er. Da gebe ich ihm recht. Aber wird dieses Publikum auch bereit sein, etwas dafür zu bezahlen? Je knapper ein Gut ist, desto höher ist sein Preis.
Der Preis für Informationen, sagt die ökonomische Theorie also, wird bald Null sein. „es braucht vor allem ein aufgeschlossenes, kritisches, sachkundiges publikum, das gute arbeitsleistungen honoriert.“ twitterte Kotanko. Ja, das bräuchte es im Sinne des Journalismus tatsächlich, aber diese Kundschaft gibt es nicht. Würde Arbeitsleistung gerecht honoriert, würden Krankenschwestern oder Altenpfleger mehr verdienen und DATUM würde mehr Hefte verkaufen als das Seitenblicke Magazin....
Den Preis eines Produkts regeln nur Angebot und Nachfrage – und das Angebot an Information übersteigt in Zukunft die Nachfrage um den Faktor unendlich.
Wenn man eine marktorientierte Lösung haben will, muss man eine Knappheit bedienen.Die Reaktion der Medienindustrie darauf ist so gesehen fast logisch: Sie verknappt ihre Produkte mit technischen und juristischen Maßnahmen künstlich, um sie in eine Form zu zwingen, in der sie wieder zu einem Versorgungsproblem werden. Deshalb also technisch implementiertes Digital Rights Management und immer schärfere Urheberrechtsabkommen....
Ja, gegen die Werbemacht der Industrie und ihre Stars kommen die Millionen Unbekannten noch nicht flächendeckend an. Sie werden nicht im Radio gespielt und nur selten zu viralen Hits. Aber jetzt kommt der springende Punkt: Je stärker die Industrie ihre Produkte verknappt, desto mehr Platz und Raum schafft sie für die alternative Szene. Da entsteht kein Vakuum, ganz im Gegenteil....
Ich persönlich halte die Forderung, Kultur und Wissen künstlich zu verknappen, aus oben genannten Gründen für ökonomisch pervers, vor allem aber für demokratiepolitisch gefährlich und kulturell erbärmlich. Ein Überfluss an Wissen, Kultur und Information ist kein Problem, sondern wünschenswert. Das ist kein unbestreitbares Faktum, sondern eine Wertehaltung. Eine politische Weltanschauung. Man kann natürlich ganz anderer Meinung sein, aber ich halte auch soziale Gerechtigkeit und eine möglichst intakte Umwelt für wünschenswert und auch da kann man anderer Meinung sein. Die Diskussion erinnert nicht zufällig an jene um Vermögenssteuern oder Finanzmarktregulierung: Auch das sind keine Suchen nach einer gemeinsamen, übergeordneten Erkenntnis – sondern politische Machtkämpfe. So einfach ist das....
Als Autor habe ich erst bei meinem zweiten Sachbuch kapiert, dass ich mit Vorträgen und Seminaren mehr Geld verdiene, als mit den zehn Prozent vom Verkauf des Buches. Da gebe ich die Bücher gerne billiger, ja sogar gratis ab, das ist ein gutes Geschäft, wenn dafür die Vorträge angekurbelt werden. Mir hat ein Autor darauf einmal in beleidigt-vorwurfsvollem Ton geantwortet, er wolle nicht von Vorträgen, sondern vom Schreiben leben. Ich verstehe das. Aber nicht den Tonfall. Wenn man sich Geschäftsmodelle einfach aussuchen könnte, wäre das eine feine Sache, aber so ist es halt nicht.
Man kann nicht die Knappheit vergangener Zeiten bedienen. Wir sollten uns lieber freuen, wenn Kultur und Wissen im Überfluss vorhanden sind.
”
"Tell the chef, the beer is on me."
"Basically the price of a night on the town!"
"I'd love to help kickstart continued development! And 0 EUR/month really does make fiscal sense too...